Kein Blog, aber kleine Geschichten aus dem Leben.......


Hobbyzucht oder doch nur vermehren?

Wenn sie gedurft hätte, sie wäre auch gern ein Hovawart gewesen. Zumindest hätte sie dann mindestens 30 cm mehr Schulterhöhe gehabt. Die Rede ist heute von Shelly. Shelly habe ich damals in einer Zeitungsanzeige gefunden. Internet gab es damals zwar schon - aber nicht in jedem Haushalt und nicht so überfüllt mit Informationen wie heute.

Da stand sinngemäß: Jack Russel Terrier aus liebevoller Hobbyzucht….. So wie man es heute auch in jeder Anzeige lesen kann. Oder auch auf jeder Züchterseite im web.

Ich habe diesen Hund über alles geliebt - wie man einen Gefährten nur lieben kann. Sie war mein Schatten, meine ständige Begleiterin. Sonja ohne Shelly gab es nicht. Wie sehr mich ihr früher Tod getroffen hat, kann sich jeder vorstellen. Nie wieder wollte ich mein Herz für so kurze Zeit verschenken. 

Wenn ich zurückblicke, was mir damals alles egal war, dann kann ich mich heute nur wundern. Aber ich wusste es ja auch nicht besser. Diese kleine Wuzz hatte Stehohren und die Rute wurde damals viel zu kurz kupiert. Bei einem Unfall brach sie sich das Wadenbeinchen an, da war sie gerade mal 19 Monate alt. Durch Zufall (es wurde ja geröngt) stellte man da schon Athrose fest. Viel zu früh für so einen kleinen Hund in diesem Alter. Aber das niederschmetternste Urteil erhielten wir, da war sie noch keine 10 Jahre alt (und jeder weiss, dass diese Rasse bis zu 17 Jahre alt wird). Shelly hatte Leukämie.

Warum schreibe ich das alles hier? Ganz einfach: Weil ab da für mich klar war, dass ich nie wieder einen Hund aus irgendeiner Hobbyzucht haben wollte. 

Als wir uns dann auf die Suche nach einem Hovawart gemacht haben, kam nur eine Zucht unter dem Verband des VDH in Frage. Nie wieder wollte ich dieses Leid erfahren. 

Dabei war es erstmal egal, ob der Welpe von der HZD, dem RZV oder HC kommt. Wichtig war für uns nur, dass es kontrolliert ist. Und zwar nicht irgendwie kontrolliert, sondern mit genauer Betrachtung der Ahnen (die mit allen Krankheiten, Schwächen ect. von Beginn der Gründung an protokolliert wurden). Natürlich kann man auch hier Krankheiten nicht ausschliessen. Aber eine Gesunderhaltung wird angestrebt und bei näherer Betrachtung wird man feststellen, dass die Hovawarte aus den genannten Zuchtvereinen sehr gesund sind. 

Alle anderen Hobbyzuchten haben in meinen Augen etwas von russischem Roulette. Ob da wirklich so kontrolliert verpaart wird weiss man ja nicht (wer soll die Züchter kontrollieren?)

Schwarze Schafe gibt es übrigends überall - auch im VDH. Aber wenn sie einmal aufgefallen sind, dann wird es schwer für sie einfach weiter zu machen. 

Mein Rat an dieser Stelle: 

Vorher gut informieren, den ausgesuchten Züchter kontaktieren (auch mehrmals). Fragen stellen (und wenn sie einem noch so komisch vorkommen). Ein Züchter, der nichts zu verbergen hat wird immer mit Rat und Tat zur Seite stehen und nichts beschönigen.

Wer hier nachliest, der erfährt noch mehr über Hovawarte aus der "hobbykontrollierten" Zucht.

 

In diesem Sinne…..


Geiz ist geil..... aber nicht für unsere Hunde

Jeden Morgen steht man um 6 Uhr auf (manche eher oder auch später). Jede Woche geht man 5-6 Tage die Woche zur Arbeit. Manche Tage macht man es total gern - andermal mal wieder nicht.

Was aber treibt uns an zur Arbeit zu gehen? Ganz klar: Man bekommt es entlohnt. Aber jetzt stelle man sich mal vor, der Lohn würde nur aus nett gemeinten Blicken bestehen…. oder einem überschwänglichen Lob aus den Reihen der Vorgesetzten? Wären wir damit zufrieden??????

Na wirklich… das lässt sich doch mit einem ganz klaren NEIN beantworten.

 

Nachdem wir jetzt festgestellt haben, dass jede Arbeit die wir leisten (Nur-Hausfrauen lassen wir jetzt mal anerkennend aussen vor) bezahlt wird…. warum in alles auf der Welt sollen unsere Hunde ohne ein Leckerli oder ein schönes ausgiebiges Spiel als Belohnung für uns arbeiten??????? 

Ich finde sie sollen nicht! Und schon gar nicht, seit in Deutschland endlich der Mindestlohn erhört wurde*lach*. Ob ich meinen Hund jetzt mit seiner Tagesration (das geht natürlich nur über Trockenfutter) oder über extra Leckerchen (Handelsüblich angebotene Leckereien, Käse, Fleischwurst ect. ) belohnt wird ist dabei egal. Ich finde es allerdings super, wenn der Hund sich auch sein „Futter“ verdienen muss. Wichtig ist doch aber, dass er das Gefühl hat es lohnt sich etwas für den Zweibeiner zu machen. Wenn er allerdings den ganzen Tag über sein Futter verfügen kann (auch das gibt es ja leider oft genug) ,dann ist es zugegeben schon etwas schwieriger. 

Wenn der Fleiß nicht über Naturalien belohnt wird, dann muss doch wenigstens ein super Spiel dabei rauskommen. Bestenfalls gibt es während der Übungseinheiten BEIDES!

Erst recht, wenn der Hund etwas besonders toll gemacht hat! Das wird in guten Betrieben ja auch mit Gratifikationen extra honoriert ;-)

 

Jetzt werden vielleicht auch ein paar Stimmen laut, die sagen: Ich hab doch nicht immer irgendwelche Lecker in der Tasche. Ja: das stimmt! Aber wir fahren für unseren Chef doch auch mal eine extra Meile und verlangen nicht sofort eine Gehaltserhöhung. Da reichen dann auch die anerkennenden Worte und man ist glücklich. Genauso geht es unseren Vierbeinern auch! Es darf „mal“ das anerkennende überschwengliche Lob sein. Aber bitte nicht nur! 

 

Wer jetzt immer noch hadert, der probiere es doch einfach mal aus und stellt dann vielleicht (ich sage: ganz bestimmt) fest, dass alles viel einfacher wird ;-)

 

In diesem Sinne……

 


Von Fröpsen und anderen Grauseligkeiten

Ey jey jey…. wo kann die „Hundezucht“ noch hinführen? Ich sitze vor meinem Rechner und komme mit dem Kopfschütteln gar nicht mehr nach, bei allem was ich da gerade gelesen habe.

Ein mir angetragenes, tatsächlich statt gefundenes Gespräch hat mich darauf gebracht, mir mal die Phantasiezuchten näher anzusehen.

Ich will euch das Gespräch aber nicht vorenthalten:

Zwei Damen unterhalten sich, die eine von Ihnen ist stolze Besitzerin eines Großpudels …. die andere hat einen Labradoodle. Die Dame mit dem Labradoodle erzählt von ihrem Rassehund und fragt die Großpudelbesitzerin ob ihr Hund wohl auch ein „Doodle“ ist. Die bejaht und meint nun eine lustige Antwort zu geben : das ist ein Doodledoodle…. also ein Pudel. Worauf die „Kennerin“ doch ganz erstaunt meint: OH - die gibt es auch??

 

Was ist nur aus den Hundehaltern geworden? Früher fragte man ganz salopp: Was ist das denn für eine Rasse und das Gegenüber antwortete nochmal salopper: Das ist ein Senfhund. Jede Rasse hat da seinen Senf dazu geben. PUNKT! Es war doch (und ist es  noch immer nicht)  keine Schande, einen Mischling zu haben. 

Seit Erfindung des Labradoodles hat sich das Denken offensichtlich komplett verändert. Mit ihm kam die Bezeichnung Hybridhund noch mal ganz anders daher.

Hybridhunde gab es schon vor dem Labradoodle - nämlich seit hundert Jahren. Dann kam der Australier Wally Conron darauf, den Labrador mit dem Pudel zu kreuzen um hypoallergene Hunde für die Blindenarbeit zu erhalten. Nachgewiesen ist aber, dass alle Hybridhunde nicht hypoallergen sind. An den Labradoodle kann man, muss man sich aber nicht gewöhnen. Wobei die anerkannten Rassen ja auch das Ergebnis verschiedenster Kreuzungen sind.  Hier findet meine Exkursion auch schon ein jähes Ende und ich komme auf das, was mir wirklich Kopfschütteln bereitet.

 

Heute findet man unter Hybrid bzw. Verkäufe der Hybridhunde die dollsten Bezeichnungen

Cavapoo = Cavalier King Spaniel und Pudel

Puggle = Eurer Mops und unser Beagle…. das müssen doch süsse Welpen werden….

Viszlador = da hat der Viszla im Wald offensichtlich den Labrador getroffen

Schnoodle = Was der Labbi kann, kann unser Schnauzer doch auch

Fröpse = Frö…was??????? Au weia… ist denen denn kein schöneres Wort für die Mischlinge eingefallen?

 

Und so geht es im Netz rauf und runter. Leute…. wenn eure Hunde sich ausversehen „in einander vergucken“… dann sagt doch einfach: Wir bekommen Welpen - wunderschöne Mischlinge… aber hört auf, euch Rassenamen auszudenken.

 

Jetzt noch ein Stoßgebet meinerseits nach ganz oben, dass es niemals den Hovidoodle gibt!! Mich schüttelt es gerade ganz arg bei dem Gedanken.

 

In diesem Sinne ;-)

 


Diskutierst Du noch oder gibst Du schon Kommandos?

 

Ach ich erinner mich an die Zeit, als ich meinen Hunden immer ganze Geschichten erzählt habe, obwohl sie eigentlich nur Sitz, Platz oder Peng machen sollten…… Ein breites Grinsen zieht sich über mein Gesicht, wenn ich an diese Zeit denke.

Was für eine verschwendete Zeit das war. Und noch übler, wie schwer es war, diese lieb gewordenen Gewohnheiten wieder loszuwerden.

Davon ganz abgesehen, dass das Hundi masslos überfordert ist mit ganzen Sätzen. Denn: Hätte der liebe Gott gewollt, dass sie ganze Sätze verstehen….. ich wette er hätte ihnen auch die Möglichkeit für menschliche Sprache gegeben.

Hunde lieben uns dafür, wenn sie präzise Ansagen bekommen. Ob das jetzt Sitz, Platz oder auch ein einfaches aber ausdrucksvolles NEIN ist…. alles ist besser wie „Würdest Du bitte mal……“ oder „mach mal……“ oder „komm mal her……“ oder die Steigerung dazu „komm mal zur Mama…..“ *gg*

Ich kann noch nicht mal sagen, wann bei mir der Groschen in Pfennigen (für die jüngeren Leser: vor dem Euro gab es die D-Mark) gefallen ist. Vermutlich war es erst zu der Zeit, als ich das saubere und disziplinierte Training mit Paula begonnen habe. Zu Beginn habe ich „hier bei Fuss“ gesagt und genauso sah dann das Fuss auch aus. Schräg hinter mir….. den Poppes weit vom Bein weg. Das änderte sich tatsächlich mit dem „knackigen“ Einzelwort „Fuss“. Zu der Zeit habe ich auch begriffen, dass auch kleine Fehler während der Arbeit nicht wünschenswert sind. Schon gar nicht, wenn man irgendwann mal die Begleithundeprüfung machen will (und die will man ja für sich selber machen und nicht für den Hund)…..

Mit einem einfachen aber fröhlichen Platz donnert Paula mittlerweile so freudig in die richtige Pose, dass einem das Herz aufgeht. Durch dieses einfache Wort, richtig betont, weiß sie ganz genau, dass arbeiten Spiel und Spiel arbeiten ist. 

Jetzt fragt man sich natürlich, wie ich darauf komme darüber nachzudenken. Das ist ganz einfach *lach*

Ich habe heute auf unserem Spaziergang wieder eine Frau gesehen, die vergeblich versucht hat mit ihrem Hund Unterordnung zu machen. Beide sahen nicht glücklich dabei aus und ich bin, in mich rein schmunzelnd, weitergelaufen und erinnerte mich…………………….